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Dienstag, 28. Mai 2013

Apfel ohne Biss

Es war ein toller Tag, ich war 17. Ich dachte, dass ich das Abitur machen würde. Daraus wurde nichts. Aber er war der Anlass, dass ich einen mobilen Computer wollte. Mir gefielen jedoch die Laptops und Notebooks (wie auch immer diese Begriffe abgegrenzt sind) der üblichen Hersteller nicht. Samsung, Dell, Sony, keiner konnte mich begeistern. Meine Wahl fiel auf ein kleines weißes MacBook.

Sechs Jahre ist das nun her. Heute sieht das MacBook aus, als wenn jemand auf seinem Gehäuse Schlittschuh gelaufen wäre. Zwei Festplatten sind vor die Hunde gegangen, und Teile wurden getauscht. Aber irgendwie war es auch immer positiv anders, als die Anderen Geräte.
Damals war ich ein Sonderling, ein richtiger Nerd. Heute ist es nicht mehr möglich, mit einem MacBook aufzufallen. Jeder ist inzwischen richtig „anders“ und kauft sich das Statussymbol mit dem Apfel. Egal, ob es ein iPhone, iPad oder eins der MacBooks ist. Jeder, der es sich leisten kann, tut es auch.

Als Nutzer ist man nun mit dem angebissenen Apfel nichts Besonderes mehr. Inzwischen muss man sich aber fragen: Hat Apples Technik denn noch Biss?
Ich glaube nicht. Es spielt inzwischen keine Rolle mehr, ob man sich Samsung, Dell, Sony oder eben Apple kauft. Design und Image sind die einzigen Argumente, die noch übrig sind.


Seit der Chefverkäufer (denn mehr war er nicht) Steve Jobs nicht mehr herrschen kann, hat der Apfel seinen Biss verloren. Das Logo könnte jetzt auch ein unversehrter Apfel sein. Ein Apfel ohne Biss.  

Dienstag, 16. April 2013

Momentaufnahme

Weil es endlich wieder wärmer wird, ein kleines Bild vom letzten Sommer.


Donnerstag, 7. März 2013

Selektive Empörung


Nun ist das Pferdefleisch auch in den Köttbullar angekommen und doch versandet der Skandal wieder, ist nicht mehr aktuell, der Schauder ist wieder abgeklungen. Ilse Aigner lässt man wieder in Ruhe nichts tun.
Eigentlich sollte man aus den Schlagzeilen bestimmter medialer Empörungsheuchler lernen, dass es nicht der rumänische Ackergaul verschuldet hat, dass wir betrogen wurden. Sondern der Konsument selber. Wer billig will, kriegt auch billig. So einfach ist das.
Wie selektiv diese Debatten sind, merkt man erst auf den zweiten Blick. Nicht, dass edle Tiere, für die in anderem Kontext hunderttausende Euro ausgegeben werden, einfach geschlachtet und undeklariert verscherbelt wurden, prägt die Empörung. Nein, man ekelt sich!
Wenn die Augen stets offen wären und mündige Medien berichten würden, wie es ihre verdammte Pflicht wäre, gäbe es jeden Tag, jede Woche Artikel über Antibiotika, Tierquälerei und Betrug in der Lebensmittelindustrie. So lange, bis wir es nicht mehr aushalten, sondern etwas tun.
Es gab aber auch Menschen, denen das Pferdefleisch in der Lasagne gerade recht kam. Reiner Brüderle hat vor Erleichterung sicher erstmal ins  Riesling-Glas geschnauft. Endlich raus aus den Schlagzeilen, endlich die eigene Libido nicht mehr auf dem Prüfstand von Stern und SPIEGEL.
In Wahrheit war man bei ARD und ZDF stolz wie Oskar, dass man das Wort „Hashtag“ jetzt auch kennt und maischbergern konnte über #aufschrei und Sexismus in der Politik.
Dass es den aber nicht nur in der Politik gibt, sondern auch in etablierten Kunstformen, und dass damit Weltrekorde aufgestellt und Stadien gefüllt werden, merkt keiner. Der lupenreine Sexist Mario Barth darf zur Belohnung Werbung machen für frittierte Currywurst. Guten Appetit! Ist bestimmt kein Pferdefleisch drin!
2008 habe ich schon einmal einen Text über die Medienlandschaft geschrieben und es bleibt ist alles beim Alten geblieben, die Themen wechseln, aber die Essenz bleibt.
Die Themen werden eindimensional durchgekaut, Talkshows werden bedeutungsschwanger angepriesen, aber am Ende ist doch nichts gesagt worden. Dass Themen schon da sind, bevor es die Schlagzeilen gibt, interessiert nicht.