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Donnerstag, 22. September 2011

"Erweitere deinen Wortspatz"




Ich habe den „Simpsons“ weit mehr zu verdanken als lustige Sprüche (der im Titel stammt von Homer). Sie haben mich seit meiner Kindheit geprägt, meist positiv, manchmal negativ.

Man nehme nur mal die politischen Botschaften. Wer aufmerksam zuschaut und -hört, findet immer wieder Seitenhiebe gegen konservative Schichten und Parteien. Die amerikanischen Republikaner bekommen in schöner Regelmäßigkeit ihr Fett weg – und nicht zu knapp.

Sei es, dass die Springfielder Parteisitzungen im Schloß von Graf Dracula abgehalten werden, oder dass nur Wohlhabende, Industrielle und Übergewichtige als Mitglieder gezeigt werden. Wer da noch konservativ wird, muss ziemlich schwer von Begriff sein.

Die Politik ist aber nur der Anfang. Homer zeigt auch hautnah, wie die Welt eines Alkoholikers aussehen kann. Dabei schwankt er immer zwischen Abschreckung und Verharmlosung. Mir hat dieses Verhalten das Bier nahe gebracht. Dieses Getränk hatte durch die Simpsons von Anfang an bei mir einen Stein im Brett – nicht zu unrecht, wie ich im Nachhinein feststellen möchte. Gleichzeitig hat mir Homers Beispiel ein bisschen das Rechte Maß vermittelt.

Immer wieder leidet die Ehe zwischen Homer und Marge unter der Alkoholsucht. Diese Ehe sendet aber auch Botschaften. Vom Vergeben, Lieben und Leben, trotz schwerer Schläge und harter Konflikte. Eine romantische Sicht auf die Liebe in unserer Gesellschaft, vielleicht zu romantisch, aber schön, vor allem in der allgegenwärtigen Seichtigkeit.

Auf diese Art liefern fast alle Charaktere dieser Serie moralische oder politische Ansichten, über die man nachdenken sollte: Lisa ist für den Vegetarismus, Moe macht aufmerksam auf suizidgefährdete Menschen und ihr Seelenleben, Krusty zeigt die Abgründe des Showgeschäfts und so weiter.
Der abwechselnd derbe, subtile und alberne Humor gibt seinen Teil dazu, dass man diese Botschaften nicht Duff-Bier-ernst sehen muss, sondern auch einfach über die tollen Witze lachen kann.

Ich will nicht mehr draus machen, als da ist, aber für mich sind die Simpsons schon lange wichtig: als Spiegel der (amerikanischen) Gesellschaft und als ein kleiner Ratgeber für das Leben. Und apropos „Spiegel“: Eine ähnliche Liebeserklärung hat darin vor ein paar Jahren ein hochkarätigerer Schreiber als ich abgeliefert. Kann also nicht ganz falsch sein.

3 Kommentare:

  1. Recht hast du!
    Ich kann mit den Simpsons aber schon seit einer ganzen Weile nichts mehr anfangen.

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