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Sonntag, 24. Juli 2011

Wochenende der Heart-Breaking News

Der Mann des Wortes will nichts sagen, er muss.

Ein Massaker mit fast 100 Toten, und ein A-Promi stirbt im Rausch. Und die Medienlandschaft leckt sich bei diesen Wahnsinnsnews die Finger nach Quoten und Auflagen.
Was in Norwegen geschah, ist wohl schwer zu übertreffen an Grausamkeit und Menschenverachtung, aber es war fast unmöglich zu verhindern.
Der blonde Mörder handelte nach geltendem Recht, er kaufte Dünger und besaß Waffen, und beides war ihm erlaubt. Nur für seine Gedanken, denn nur dort gab es dieses Verbrechen bisher, hätte ihn niemand verurteilen können.
Mit anderen Amokläufer, auch den Deutschen anno 2002 und 2009, hat er eine offenbar markante Gemeinsamkeit: Videospiele bei denen man Menschen tötet.
Dass auch Breivik diese Spiele spielte ist kein Verbrechen, es gehörte zu seinem akribischen Training.
Das schockierende daran ist etwas Anderes, nämlich das Armutszeugnis für unsere moralischen Instanzen, dass sie in Videospielen immer wieder den Grund für solche Taten suchen. Es gibt keinen einzelnen Grund, den jeder verstehen kann. Das Verteufeln neuer Medien befriedigt nur konservative Schichten, die nach dem Motto: "Dieses neue Zeug" urteilen und weder offen, noch tolerant sind, für kulturelle Entwicklungen wie das Videospiel.

Das neue Mitglied im Club der 27-jährigen Feuilleton-Märtyrer: Das ist ebenfalls eine Tragödie. Natürlich gibt es in jeder Großstadt im Abstand von Tagen solche Todesfälle, trauern darf man trotzdem. Denn Amy ......
Miss Winehouse konnte einem schon vorher leid tun. Der Boulevard, ganz besonders der verrohte englische, konnte sich nie entscheiden, ob die Sorge um ihre Gesundheit und Psyche wichtiger sein sollte oder der voyeuristisch erregte Blick auf die schlüpfrigen Details ihrer Eskapaden mit anschließender Verteufelung derselben.

An beiden aktuellen Beispielen kann man klar sehen, dass manche Medien Fakten so verwenden, wie es ihnen die meiste Auflage, Quote und Aufmerksamkeit bringt.
Murdoch, BILD und n-tv(bzw. RTL) bieten sich immer wieder als Beweis dafür an, dass es so ist.

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